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Portrait von Dorothee Wilcke, Rechtsanwältin für Versicherungsrecht, LEGAL IMAGE

Dorothee Wilcke

Rechtsanwältin
Rechtsgebiete: Privates Baurecht · Versicherungsrecht
Bezold Plettenberg Wilcke
Leopoldstraße 139/III
80804 München
089 1588 1560

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Vita

ZUR PERSON

Dorothee Wilcke wird am 11. Januar 1954 in Essen geboren.

STUDIUM

Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Göttingen und Bonn 1. Juristisches Staatsexamen vor dem Justizprüfungsamt Köln Referendarzeit beim Kammergerichtspräsidenten Berlin 2. Juristisches Staatsexamen vor dem JPA Berlin

BERUFLICHER WERDEGANG

Seit Januar 1984

Rechtsanwältin in München - Wolfratshausen - München

Seit November 2005

Vorsitzende des Stiftungsrates der Ellis Kaut Stiftung

Portrait

Blickt man auf die Werbung der 1950er- und 1960er-Jahre, wird schnell klar, welches Frauenbild vorherrschte: Die Frau sollte sich „auf ihre eigentlich naturgegebene Aufgabe“ besinnen, „nämlich dem geliebten Mann Gattin und den Kindern treusorgende Mutter zu sein“. Kurzum: Die Frauen, die insbesondere in den Nachkriegsjahren Stärke und Eigenständigkeit bewiesen hatten, gehören – wenn es nach den damals vorwiegend männlich besetzen Redaktionen und Werbeagenturen geht – wieder „hinter den Herd“. Mitten in diese Zeit wird unsere heutige Interviewpartnerin Dorothee Wilcke geboren. Doch wenn man die hochgewachsene Frau mit dem selbstbewussten und gleichzeitig verschmitzten Lächeln vor sich sieht, ist klar, dass sie sich nie mit diesem Frauenbild anfreunden konnte.

Eigenständigkeit als erstes Gebot.

„Ich wollte immer auf eigenen Beinen stehen – und einen Beruf erlernen, der mich ernähren kann“, bestätigt Dorothee Wilcke den ersten Eindruck. Erst überlegt sie Lehrerin zu werden – doch ihr Vater rät ihr zum Studium der Rechtswissenschaften. Anwalt zu werden war auch sein eigener Berufswunsch, den er sich jedoch nach dem Krieg nicht erfüllen konnte. Heute ist Dorothee Wilcke froh, dass sie auf ihren Vater gehört hat: Vor allem im Hinblick auf ihre potenziellen Schüler, für die sie – nach eigener Ansicht – wahrscheinlich nicht die nötige Geduld aufgebracht hätte. Das Studium der Rechtswissenschaften selbst begeistert Dorothee Wilcke nicht sonderlich. So wechselt sie von ihrem Studienort Bonn erst nach Freiburg, dann nach Göttingen und kehrt schließlich wieder nach Bonn zurück, „um zumindest ein wenig Spannung ins Studium zu bringen“, wie sie sagt. Die richtige Begeisterung für den Rechtsanwaltsberuf kommt erst während ihres Referendariats in Berlin. Die Stadt ist zu dieser Zeit noch geteilt – einerseits empfindet Dorothee Wilcke diesen Umstand als spannend, gleichzeitig aber auch als ein wenig einengend: „Manchmal bekam ich regelrecht einen Inselkoller.“ Ihre Tätigkeit beim Kammergerichtspräsidenten hingegen ist sehr bunt und abwechslungsreich – auch bei ihrer Anwaltsstation hat sie Glück: Die Arbeit in einem renommierten Anwaltsnotariat macht ihr Spaß und so verbringt sie auch die Wahlstation dort.

Wer rastet, der rostet.

Dies scheint das Motto der gebürtigen Essenerin zu sein: Wie schon während des Studiums, hält es sie auch nach dessen Abschluss nicht am selben Ort. Dorothee Wilcke übersiedelt nach München. Sie beginnt als angestellte Rechtsanwältin in der Kanzlei „Birnstiel & Michel“ – und bleibt dort für über sieben Jahre. Eine sehr prägende Zeit für die junge Anwältin: „Es war eine kleine Kanzlei mit drei Partnern, in der ich wirklich ausgebildet wurde und meine Arbeit verteidigen musste – auch, weil der Seniorpartner nicht unbedingt von Frauen im Anwaltsberuf überzeugt war.“ Dadurch wird der Ehrgeiz von Dorothee Wilcke jedoch nur noch mehr angespornt. Aber auch privat tut sich so einiges in ihrem Leben: Sie heiratet und ihre beiden Töchter – Zwillinge – erblicken das Licht der Welt.

Der Weg in die Selbstständigkeit.

Halbtagsarbeit kommt für Dorothee Wilcke trotz ihrer beiden Kinder nie infrage: „Ich wollte nie im Hintergrund zuarbeiten, sondern viel lieber meine eigenen Fälle bearbeiten.“ Gesagt, getan: Gemeinsam mit ihrem Mann schafft sie es, die Kinder und ihre Tätigkeit als angestellte Rechtsanwältin irgendwie unter einen Hut zu bringen. Doch es zieht sie dennoch mehr und mehr in die Selbstständigkeit: Nach einer Tätigkeit als freie Mitarbeiterin in der Kanzlei Dr. Hingerl & Partner gründet sie schließlich ihre eigene. Und schnell wird klar, dass nicht die Gründung selbst, sondern vielmehr die Suche nach den richtigen Partnern die größte Herausforderung ist: „Es ist ein ähnliches Glück, den richtigen Kanzleipartner zu finden, wie den richtigen Lebenspartner – schließlich geht es irgendwann auch um Geld, und daran scheitern ganz viele Kanzleien.“ 2006 endlich ist die richtige Konstellation gefunden – gemeinsam mit zwei Partnerinnen führt Dorothee Wilcke heute die Geschicke der Kanzlei. Dass das Team aus drei weiblichen Partnern besteht, ist reiner Zufall: „Es funktioniert einfach gut, aber grundsätzlich haben wir nichts gegen Männer“, scherzt die Rechtsanwältin.

Ich wollte immer auf eigenen Beinen stehen – und einen Beruf erlernen, der mich ernähren kann.

Breit aufgestellt und doch spezialisiert.

Baurecht, Architektenhonorarrecht, Versicherungsrecht, Urheberrecht, Arbeitsrecht und Vertragsrecht – Dorothee Wilcke bedient viele Rechtsgebiete, denn sie ist der Meinung: „Unterschiedliche Gebiete verhindern den Tunnelblick – und machen die Arbeit abwechslungsreicher”. Dennoch bilden in den letzten Jahren vor allem die Bereiche privates Baurecht und Versicherungsrecht den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Schließlich kommt Dorothee Wilcke auf einen Fall zu sprechen, den sie als besonders tragisch empfunden hat: Eine Frau verliert ihren Ehemann bei einem Autounfall. Schlimm genug, doch kurz vor seinem Tod hatte der Mann mit seinem Arbeitgeber eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen – mit einer hohen Abfindungssumme, die am Ende des Jahres fällig geworden wäre.

Gerne setzt sie sich mit ihrem Mann im Urlaub auch einfach ins Auto - und bricht ins Ungewisse auf.

Doch der Vertrag hat einen Haken: Er enthält keinen Passus über die Vererblichkeit des Anspruchs. Was das bedeutet? Obwohl die Frau die Alleinerbin des Vermögens ihres verstorbenen Gatten ist, bekommt sie nichts von der vereinbarten Abfindung. Besonders schlimm für Dorothee Wilcke: Sie kann ihrer Mandantin nicht helfen – eine Klage ist aussichtslos. Deshalb liegt es der Rechtsanwältin am Herzen, den Lesern von LEGAL IMAGE hier einen Tipp mit auf den Weg zu geben: „Bei solch wichtigen Verträgen sollten Sie immer einen Anwalt in Anspruch nehmen – es lohnt sich, in jedem Fall!“

Kleines Architekturbüro – großer Honorarausfall.
Der zweite Fall, den Dorothee Wilcke an dieser Stelle erzählt, ist der folgende: Zwei Architekten leisten für ihren Auftraggeber einwandfreie Arbeit. Das größte Problem – wie so oft im Architektenhonorarrecht – ist, dass kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird. Die Architekten verstehen sich gut mit den Bauherren, denken beinahe, sie seien mit ihnen befreundet. Es kommt, wie es kommen muss: Die Bauherren zahlen nicht. Ein Honorarausfall in einer Größenordnung von mehr als 100.000 EUR ist für ein kleines Architekturbüro nur schwer zu verkraften – und gleichzeitig stellt sich nun auch die Frage, wie es einen Prozess gegen die Bauherren finanzieren soll. „An die Architekten gerichtet, möchte ich sagen: Macht Verträge! Wenn der Bauherr sagt, er macht keine, ist der Ärger vorprogrammiert“, gibt Dorothee Wilcke zu bedenken. In diesem speziellen Fall konnte die Rechtsanwältin glücklicherweise für ihre Mandanten im ersten Gerichtstermin einen vernünftigen Vergleich erreichen: Die Architekten erhalten das gesamte Honorar für die erbrachten Leistungen; außerdem anerkennt der Bauherr einen entgangenen Gewinn von rund 40.000 EUR.

Kapazitäten fürs Leben.

Auf die Frage, was Dorothee Wilcke treibt, wenn die Tür der Kanzlei hinter ihr ins Schloss fällt, antwortet die Rechtsanwältin schmunzelnd: „Das kommt darauf an, wann die Tür ins Schloss fällt.“ Wird es spät, isst sie dennoch mit ihrem Mann zu Abend: „Wir essen immer zusammen, egal wann wir nach Hause kommen.“ Doch seit ihre Zwillinge groß sind – beide studieren – sind auch Kapazitäten frei geworden: Einmal im Monat trifft sie sich deshalb mit Bekannten zum Plaudern am Stammtisch – oder um gemeinsam die neuesten Filme anzusehen. Vom 3D-Trend ist Dorothee Wilcke jedoch noch nicht vollständig überzeugt – zu sehr scheint ihr der Raum für eigene Fantasie dadurch eingeschränkt. Da sagt ihr dann das Theater doch mehr zu – besonders gut gefallen hat ihr zuletzt „Angst“ von Stefan Zweig in den Kammerspielen. Wenn dann doch mehr Zeit ist, zieht es Dorothee Wilcke in die Berge – zum Wandern nach Südtirol oder auch zum Langlaufen. Gerne bricht sie mit ihrem Mann im Auto auch mal ins Ungewisse auf – zum Beispiel in die Bretagne. Sind dann alle Hotels ausgebucht, ist dies auch nicht so schlimm – dann wird das Auto kurzerhand zum Übernachtungsquartier. Die LEGAL IMAGE Redaktion wünscht gute Nachtruhe und dankt für das nette Gespräch.

3 Fragen

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Ärgernis im Justizalltag?

Zu lange Verfahrensdauer, insbesondere bei Prozessen, in denen die Einholung von Sachverständigengutachten erforderlich ist.

Welches ist für Sie das meist ersehnte Gesetz?

Die bestehenden Gesetze sollten vernünftig angewendet und ausgeschöpft werden.

Nennen Sie uns die aus Ihrer Sicht unsinnigste Vorschrift.

§ 50 StVO (Straßenverkehrsordnung), der auf der Insel Helgoland das Radfahren verbietet.

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