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  Portrait von Axel Koza, Rechtsanwalt für Insolvenzrecht, LEGAL IMAGE

Axel Koza

Rechtsanwalt
Rechtsgebiete: Bau- und Architektenrecht · Insolvenzrecht
Nehring, Braun & Sozien
Humboldstr. 2
79098 Freiburg
0761 703900

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Vita

ZUR PERSON

Axel Koza wurde am 12. Februar 1973 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder

STUDIUM

1993 bis 1995

Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen

1995 bis 1999

Fortsetzung des Jura-Studiums an der Universität Freiburg i. Br.

1999 bis 2001

Referendariat beim Landgericht Waldshut-Tiengen

BERUFLICHER WERDEGANG

2001 bis 2005

Anwalt in der Sozietät Hansen Schnepper, Freiburg

Seit 2005

Anwalt und Partner bei Nehrig, Braun & Sozien (vormals Dr. Stemberg, Dr. Nehrig & Weis), Freiburg

Portrait

Im Vergleich zu Norddeutschland sind die Ausläufer von Orkan Xaver im Süden Deutschlands nur mäßig zu spüren, und dennoch jagen auch hier mächtige Wolken über den rosa gefärbten Himmel. Immer wieder verdunkelt sich die Decke der Welt und kurze Schauer gehen nieder – nur um in Windeseile wieder der Sonne Raum zu geben. Und ganz plötzlich ist der Konferenzraum in München, in dem wir uns zum LEGAL IMAGE Interview niedergelassen haben, hell erleuchtet: Wohlig warm und heimelig wirkt es hier drinnen, wenn man dem Naturschauspiel vor dem Fenster folgt. Keiner hätte es unserem heutigen Interviewpartner also verdenken können, wenn er die Reise aus Freiburg nicht angetreten hätte. Und doch ist er pünktlich erschienen – fröhlich, leichten Schrittes, die Umhängetasche sportlich geschultert: Wir freuen uns auf das Gespräch mit Rechtsanwalt Axel Koza, Prozessanwalt in einer Insolvenzverwalterkanzlei.

Nach Frankfurt hört die Welt für Norddeutsche auf. 

Wie für einige unserer Interviewpartner, ist es auch für Rechtsanwalt Koza kein Kindheitstraum Jura zu studieren. Vielmehr hat es ihm zunächst das Fach Geschichte angetan – doch im Studium wird schnell klar, dass diese Geisteswissenschaft für ihn keine Zukunft birgt. So sattelt Axel Koza auf sein Nebenfach um: Jura. Und nicht nur das Studienfach wird ein anderes, sondern auch der Wohnort – den angehenden Juristen zieht es von Göttingen nach Freiburg: „Wer im Norden Deutschlands geboren ist, für den hört die Welt unter Frankfurt irgendwie auf und fängt erst in Italien wieder an“, erklärt Rechtsanwalt Koza lächelnd. Doch der Süden der Republik übt auf ihn als passionierten Hobby-Rennradfahrer eine große Anziehungskraft aus, und auch einige Freunde haben sich hier niedergelassen. So packt Axel Koza kurzerhand seine Koffer und absolviert sowohl das erste als auch das zweite Staatsexamen in der Stadt nahe der französischen Grenze. Wie ihm das Studium selbst gefallen hat? „Die Rechtswissenschaften sind ein anonymes Massenstudium, die Leute kommen und gehen – das muss man mögen. Aber inhaltlich war ich immer davon überzeugt.“

Die Rechtswissenschaften sind ein anonymes Massenstudium, die Leute kommen und gehen - das muss man mögen.

Argumentieren und logisches Denken. 



Das ist es, was den Juristen bereits zu Beginn seines Studiums an den Rechtswissenschaften fasziniert – und so ist für ihn der spätere Weg in eine Anwaltskanzlei obligat: Nach seinem zweiten Staatsexamen steigt Axel Koza gleich in eine Kanzlei ein. Dort ist er sowohl für Fälle aus dem Baurecht als auch dem Familienrecht zuständig: „Ich habe aber schnell gemerkt, dass das Familienrecht nicht meine Baustelle ist.“ Warum? „Weil die Leute häufig eher einen Therapeuten brauchen, als einen Rechtsanwalt. Ich arbeite aber lieber juristisch – und eben nicht als Therapeut.“ Und so nimmt Koza das Angebot eines Bekannten dankend an, seine fachliche Ausrichtung zu ändern und in eine Kanzlei mit Schwerpunkt Insolvenzrecht zu wechseln. Und dort findet man den Partner und Prozessanwalt im Insolvenzrecht noch heute – in der Freiburger Kanzlei Dr. Stemberg, Dr. Nehrig und Weis.


Kartons, Kartons und nochmals Kartons. 



Kozas Arbeit als Prozessanwalt im Insolvenzrecht beginnt, wenn ein Insolvenzverwalter seiner Kanzlei einen Auftrag erhalten hat – und dann erwarten ihn meist unzählige Kartons: Randvoll gefüllt mit häufig unsortierten Informationen zu Steuern, Krankenkassen und Lieferanten des insolventen Unternehmens. Ein wahres Puzzlespiel beginnt. Welche Zahlungen sind an wen und in welcher Weise geflossen, was wussten die Beteiligten zu welcher Zeit und welche Zahlungen kann man insolvenzrechtlich anfechten? 



Der größte Teil seiner akribischen Arbeit gilt also dem Auffinden von berechtigten Ansprüchen: „Wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig wird, neigt es dazu, das noch vorhandene Geld nach Gutsherrenart zu verteilen – das Insolvenzrecht verhindert das und sorgt für Gleichbehandlung.“ Warum er nicht als Insolvenzverwalter arbeitet? „Jede Person hat ihre eigenen Stärken. Und meine liegen eben im Herausfiltern von wesentlichen Informationen aus einer großen Masse und deren rechtliche Umsetzung in insolvenzspezifische Ansprüche“, so der Prozessanwalt. Dazu ist analytisches Denken vonnöten, es gilt Kontexte lesen und Querverbindungen entdecken zu können.  


Vorsicht vor Ratenzahlungen! 



Auf einen Fall aus der Praxis angesprochen, erinnert sich der Rechtsanwalt an jenen eines Bürstenherstellers: Die Geschäftsführung unternahm einen allerletzten Versuch, das Unternehmen zu retten und informierte zu diesem Zweck alle Geschäftspartner über einen vorübergehenden Liquiditätsengpass.

Wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig wird, neigt es dazu, das noch vorhandene Geld nach Gutsherrenart zu verteilen – das Insolvenzrecht verhindert das und sorgt für Gleichbehandlung.

Gleichzeitig wurde eine Ratenzahlung für ihre Lieferungen angeboten, auf die viele der Lieferanten sich einließen – schließlich bestanden die Geschäftsbeziehungen seit vielen Jahren. 

Für Koza sind solche Ratenzahlungsvereinbarungen eine gefährliche Falle, die für die betroffenen Unternehmen fatal enden können: „Was viele der Lieferanten nicht wissen, ist, dass sie damit – sollte es in der Folge zu einer Insolvenz des Unternehmens kommen – nicht nur ihre Waren, sondern möglicherweise auch ihre erhaltenen Zahlungen an die Masse zurückgewähren müssen“, erklärt der Anwalt. 



Hier ist das Recht knallhart: Denn aus juristischer Sicht wird die Zahlungsunfähigkeit mit der Information der Geschäftsführung über den Liquiditätsengpass dargelegt – nun muss der Lieferant den Gegenbeweis führen. Kozas Tipp in solch einem Fall: Das Angebot für Ratenzahlungen entweder nicht annehmen oder sich hinterher aussagekräftige Informationen über die Wiederaufnahme aller Zahlungen vorlegen lassen, auch wenn es schwerfällt. Der Gesetzgeber will, dass Unternehmen möglichst früh den Antrag auf Insolvenz stellen, da es dann deutlich höhere Chancen gibt, das Unternehmen zu retten. 


Von Paul Bocuse bis Ionia. 



Was einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts und der italienische Kaffeelieferant gemeinsam haben? Gar nichts. Außer, dass sowohl Paul Bocuse als auch Kaffee im Privatleben von Axel Koza eine Rolle spielen: Der Vegetarier und passionierte Hobbykoch ist nämlich ein großer Fan des Kartoffelbreis von Bocuse – gleichzeitig hat er eine große Leidenschaft für Kaffee. Selbiger schmeckt ihm am besten aus seiner eigenen Siebträgermaschine und mit einer wundervollen Milchschaumkrone. Und die gelingt seiner Meinung nach perfekt mit fetthaltiger und kalter Milch. Aber auch eine eigene Mahlmaschine ist für ihn ein Muss, schließlich kommt es auf den richtigen Mahlgrad und natürlich die richtigen Bohnen an. Kozas Tipp für Kaffeefans: Kaffeebohnen von Ionia. Auch sportlich hat der Rechtsanwalt durchaus Ambitionen: So findet man den zweifachen Vater vornehmlich auf seinem Rennrad, beim Joggen oder im Urlaub beim Windsurfen an der Côte d’Azur – oder auch beim „Bodyboarden“. Ein wahrlich vielseitiger Mensch also, dieser Axel Koza – wir danken ihm für das interessante und angenehme Gespräch.

3 Fragen

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Ärgernis im Justizalltag?

Schlecht vorbereitete Richter, die ohne Rücksicht auf die Sache- und Rechtslage 50-50-Vergleiche vorschlagen.

Welches ist für Sie das meist ersehnte Gesetz?

Nachdem zwischenzeitlich auch gegen Beschlüsse nach § 522 II ZPO die Nichtzulassungsbeschwerde möglich ist, bin ich mit dem aktuellen Stand der Dinge an sich ganz zufrieden.

Nennen Sie uns die aus Ihrer Sicht unsinnigste Vorschrift.

Gesetzliche Vorgaben, welche Glühbirnen man noch kaufen kann oder welche Größe, Form oder Farbe Lebensmittel haben müssen. Ein Beispiel? Der Apfel hat einen Durchmesser von 6cm zu haben.

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