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Behandlungsfehler mit lebenslangen Folgen.

Eine große Familie haben sich Claudia H. und ihr Mann schon lange gewünscht. Daher entscheiden sich die beiden für ein drittes Kind. Die Schwangerschaft verläuft reibungslos, doch während der Entbindung im Jahr 1998 passieren mehrere grobe Behandlungsfehler – mit fatalen Folgen für das Neugeborene.

Minuten der Entscheidung.

Am Abend ist es soweit: Claudia H. fährt zur Entbindung ins Krankenhaus. Kurze Zeit später setzen die Wehen ein und sie kommt in den Kreißsaal. Als verfärbtes Fruchtwasser abgeht, veranlassen die Ärzte ein CTG, eine Untersuchung, mit der man unter anderem die Herzschlagfrequenz des Ungeborenen feststellen kann. Obwohl die Werte auffällig sind, reagiert zuerst niemand darauf – erst Stunden später führen die Ärzte eine Mikroblutuntersuchung durch. Auch hier ergeben sich Auffälligkeiten, die zumindest hätten verfolgt werden müssen. Doch die Ärzte übersehen das. Vielmehr warten sie ab, um das Ungeborene auf natürliche Weise auf die Welt zu holen.

Als beim Pressen der Mutter Komplikationen entstehen, entscheiden sich die Ärzte, das Kind mit einer Saugglocke zu holen. Auch das gelingt nicht. Kostbare und vor allem entscheidende Minuten vergehen – Minuten, die das Leben des noch Ungeborenen völlig verändern werden. Die Ärzte müssen eine Notfallsectio – einen Kaiserschnitt – vornehmen. Leider viel zu spät. Denn die mangelhafte Überwachung des CTG, das Nichterkennen eines Sauerstoffmangels und die damit einhergehende viel zu späte Entbindung haben zur Folge, dass das Kind schwerste, dauerhafte Hirnschädigungen erleidet.

Schuldzuweisung.

Die behandelnden Ärzte und das Krankenhaus weisen jegliche Schuld mit der Begründung von sich, die Schädigung läge schon im Erbgut vor oder sei im Laufe der Schwangerschaft erfolgt. Auf keinen Fall aber durch ihr Verschulden. Dagegen wollen die Eltern klagen – in Vertretung ihrer stark behinderten Tochter. Doch eine Finanzierung des Rechtsstreits über eine Rechtsschutzversicherung oder staatliche Prozesskostenhilfe kommt für sie nicht in Frage. Daher schlägt ihr Anwalt vor, den Fall der LEGIAL vorzustellen. Diese sieht gute Chancen und stimmt einer Finanzierung zu. Sie beauftragt einen Sachverständigen, der durch eine Chromosomenanalyse belegen kann, dass eine Schädigung des Erbguts nicht nachweisbar ist. Auch kann er den Beklagten mehrere Behandlungsfehler aufzeigen, die bereits zum damaligen Zeitpunkt als grob galten.

Schadenersatz.

Die erlittene Schädigung führte zu einer nahezu vollständigen Zerstörung der Persönlichkeit der heute 15-jährigen Klägerin. Aufgrund ihrer dauerhaft schwersten körperlichen und geistigen Behinderung wird sie ihr Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Nach langjährigen Verhandlungen sprach das Landgericht der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000 Euro zu. Zusätzlich müssen alle Schäden aus der Vergangenheit und sämtliche zukünftige Folgeschäden aus der fehlerhaften Geburtsbetreuung von den Beklagten gezahlt werden. Für die Eltern und die LEGIAL ist das ein erfreuliches Ergebnis, auch wenn es das widerfahrene Leid niemals gutmachen kann. Die LEGIAL konnte der Geschädigten zu ihrem Anspruch verhelfen, und die Eltern können ihrer Tochter nun die bestmögliche Versorgung gewährleisten.

Erscheinungsdatum: 02.05.2013
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