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Portrait von Dr. Petra Christiansen-Geiss, Rechtsanwältin für Privates Baurecht, LEGAL IMAGE

Dr. Petra Christiansen-Geiss

Rechtsanwältin
Rechtsgebiete: Architekten- und Ingenieurrecht · Haftungs- und Versicherungsrecht · Privates Baurecht
Hecker, Werner, Himmelreich Rechtsanwälte
Sachsenring 69
50678 Köln
0049 221 92081141

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Vita

ZUR PERSON

Petra Christiansen-Geiss wurde am 28. Oktober 1955 in Hannover geboren.

STUDIUM

1974 bis 1980

Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Köln

1980 bis 1983

Juristischer Vorbereitungsdienst beim Landgericht Köln

2009

Promotion zum Dr. jus.

BERUFLICHER WERDEGANG

Ab 1983

Tätigkeit in der Rechtsanwaltskanzlei HECKER WERNER HIMMELREICH

1984

zugelassen als Rechtsanwältin bei dem Landgericht Köln

1987

zugelassen als Rechtsanwältin bei dem Oberlandesgericht Köln

Heute

zugelassen bei dem Amts-, Landgericht und Oberlandesgericht Köln

seit 2012

Mediatorin (DAA)

Portrait

Als im Jahr 1987 am Oberlandesgericht in Köln eine attraktive junge Dame auftauchte und sich als Anwältin vorstellte, da erregte dies erhebliches Aufsehen. Denn nicht nur verkörperte damals das weibliche Geschlecht im Juristenalltag noch eine kleine Minderheit; eine Zulassung an einem Oberlandesgericht gar war für die dort vertretenen Herren der Schöpfung zwar kein Novum, aber doch noch recht selten. Dies aber focht sie nicht an. Mit der Souveränität, die einem die Beherrschung der Materie verleiht, ging sie ans Werk – und tut dies bis zum heutigen Tag. Inzwischen ist sie auch Mediatorin und beherrscht das Verfahren der Kooperativen Praxis.

Wenn Petra Christiansen-Geiss diese ihre frühen Erfahrungen aus ihrem Berufsleben schildert, dann blickt sie auf mehr als zwei Jahrzehnte Anwaltstätigkeit bei einer der großen Kölner Sozietäten, nämlich Hecker Werner Himmelreich, zurück. Geerbt hat sie ihre Neigung zur Rechtskunde von ihrem Vater, der ebenfalls Jurist war, sich allerdings vornehmlich mit dem für die Tochter recht trockenen Gebiet des Zollrechts befasste. Sie wiederum, die den naturwissenschaftlichen Gymnasiumszweig absolvierte und eine Vorliebe für Mathematik hatte, fühlte sich zu juristischen Fragestellungen hingezogen, weil ihre Lösung ähnlich logisches Denken erfordert, wie es die Mathematik abverlangt. 

Und noch eine Besonderheit gibt es in der Karriere von Petra Christiansen-Geiss zu registrieren: Sie hat sich von Anfang an für das Baurecht als Fachgebiet entschieden, wiederum nicht gerade eine Domäne für die Weiblichkeit innerhalb der verschiedenen Rechtsgebiete. Ausschlaggebend war hier ein persönlicher Fall, den sie beim Bau ihres Hauses erlebt hatte und der sie als Mandantin zu Professor Werner führte. So prägend war diese eigene Erfahrung, dass sie später das Erlebte zum Thema ihrer Dissertation machte, das da lautete: Voraussetzung und Folgen des Koppelungsverbots nach Artikel 10, § 3 MRVG. 

Warum sie damals recht zügig die Zulassung beim Oberlandesgericht beantragt und bekommen hatte, schon nach drei Jahren statt der üblicherweise fünf - war darauf zurückzuführen, dass sie bei Sozius Hecker sozusagen „in die Lehre gegangen ist“ und dieser bereits beim OLG zugelassen war. Es war die Zeit in der es in Köln nur die Singularzulassung gab, ein Anwalt also nur entweder beim Landgericht oder beim OLG zugelassen sein konnte. Dass in diesem Zusammenhang dann die Entscheidung pro OLG fiel, hatte kanzleiinterne Gründe. Professor Werner, der damals schon große Stücke auf seine Elevin hielt, ermunterte sie dazu mit dem Hinweis, dass auf diese Weise mehr Verfahren im eigenen Haus gehalten werden konnten, nämlich die, welche vom Landgericht in die Berufung gingen. Bevor Chistiansen-Geiss zusammen mit Hecker das oberlandesgerichtliche Dezernat aufbaute, mussten solche Verfahren zum Teil aus dem Haus gegeben werden. 

Nun war es zunächst freilich so, dass sie als Anwältin beim OLG beileibe nicht nur mit Baurechtsfragen zu tun hatte. Vielmehr musste sie in den Berufungsverhandlungen auf allen möglichen Rechtsgebieten tätig werden, im Verkehrsrecht ebenso wie im Versicherungsrecht, im Immobilienrecht oder im Arzthaftungsrecht. Daher kann sie von sich mit Fug und Recht behaupten, sie sei „breit aufgestellt“, auch wenn sie heute im Wesentlichen im Bereich Baurecht tätig ist. Nur der Vollständigkeit halber sei schließlich noch erwähnt, dass sie im Jahr 1997 zur Partnerin in der Sozietät aufgestiegen ist.

Ich fühlte mich schon früh zu juristischen Fragestellungen hingezogen, weil ihre Lösung ähnlich logisches Denken erfordert wie es die Mathematik abverlangt.

Das Oberlandesgericht entschied, dass dies nicht der Fall war. 

Zwischenzeitlich sind die Grundlagen der oberlandesgerichtlichen Entscheidung in einem anderen Fall vom Bundesgerichtshof infrage gestellt worden. Die Entscheidung zugunsten der Mandanten von Petra Christiansen-Geiss erging also „gerade noch rechtzeitig“, bevor sich die herrschende Meinung in Rechtsprechung und Lehre änderte. 

Bei solchen Fällen fühlt sich Petra Christiansen-Geiss in ihrem Element. „Das ist juristisches Hochreck, wo man mit diffizilen Überlegungen über das bereits allseits Gesagte und Entschiedene hinauskommt“, so formuliert sie die Lust, in gewisser Weise juristisches Neuland zu betreten. Dies gelingt kaum auf der unteren Ebene des Instanzenzugs, sehr wohl aber in den Berufungsverfahren, in denen alles Vorgebrachte noch einmal auf seine Stichhaltigkeit überprüft werden muss. Da eine solche Aufgabe eine neue Herangehensweise an die Sache erfordert, ist es innerhalb einer Kanzlei denn auch sinnvoll, eine weitgehende Arbeitsteilung dergestalt zu praktizieren, dass ein Kollege die erste Instanz, also das Landgericht, betreut, und Petra Christiansen-Geiss dann eben für die zweite Instanz zuständig ist. 

Wer sich die Erfolgsgeschichte von Petra Christiansen-Geiss anhört, dem drängt sich unvermittelt die Frage auf, wie denn eine solche Karriere vereinbar ist mit Ehe und Familie. Denn hier handelt es sich keineswegs um einen Single, der allein für den Beruf lebt, sondern um eine Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern. Es spricht für die Wertschätzung, die man ihr entgegengebracht hat, dass man ihr in der kritischen Zeit, als die Kinder noch einen beträchtlichen Betreuungsaufwand einforderten, ermöglichte, den Beruf auf Teilzeitbasis zu gestalten. Sie bekam in ihrem Dezernat weitgehend freie Hand, konnte so ihre Tätigkeit mit den privaten Notwendigkeiten in Einklang bringen. 

Heute nun, da die Töchter erwachsen sind und Petra Christiansen-Geiss längst wieder umfassend in das Berufsleben eingetaucht ist, bleibt denn auch noch Zeit für jene Dinge, die über Jahre hinweg wegen der Pflichten in den „unterschiedlichen Welten, zwischen denen man als Anwältin und Hausfrau wechselt“, zu kurz kamen. Es sind dies beispielsweise Städtereisen nach Rom, Venedig, Wien, vor allem aber nach Berlin, wo sich in ihren Augen die Geschichte von 150 Jahren Deutschland widerspiegelt. Und wer meint, ein so ausgeprägter Verstandesmensch habe keine Ader für Künstlerisches, der sieht sich getäuscht. Sie liebt es, kreativ zu fotografieren, eben nicht nur die üblichen Familien- und Urlaubsbilder, sondern interessante Motive wie raffinierte Spiegelungen.  Zu diesem Zweck hat sie ihre Digitalkamera auch stets bei der Hand. Wenn dann noch Zeit bleibt, widmet sie sich der Porträtmalerei, vornehmlich mit Kohle oder Bleistift. Und bei alledem vermittelt sie eine Gelassenheit, die kaum erahnen lässt, dass ihr beruflicher Alltag sie nach wie vor in höchstem Maße fordert.

Ich liebe es, kreativ zu fotografieren, nicht nur die üblichen Familien- und Urlaubsbilder, sondern interessante Motive wie raffinierte Spiegelungen.

Wer sich mit Petra Christiansen-Geiss unterhält, der merkt schnell, wo ihre Stärken liegen. Es sind die kniffligen Fälle, die sie reizen, jene Fälle, in denen sie ihren mathematisch geschulten Geist einsetzen kann. Beispielsweise mit einem Fall, der erhebliche Diskussionen ausgelöst hat. Es ging um die Sanierung eines Flachdachs, bei dem eine Eigentümergemeinschaft mit einem Sachverständigen des Dachdeckerhandwerks Architektenleistungen vereinbarten, die dementsprechend nach den Richtlinien der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) abgerechnet werden mussten. Es wurde ein Stundensatz vereinbart, dazu auch noch etwa die Größenordnung, in der sich das Gesamthonorar bewegen würde. Am Ende freilich lag die Summe aller Rechnungen wesentlich höher als es der Höchstsatz der HOAI zuließ. Daraufhin forderte der Auftraggeber einen Teil des Honorars mit dem Hinweis zurück, dass die Honorarvereinbarung nicht wirksam geworden sei und der Auftragnehmer nur auf der Basis der Mindestsätze hätte abrechnen dürfen. Es ging also um die Frage, ob die Vereinbarung von Höchststundensätzen auch die Abrechnung nach Höchstsätzen gemäß § 10 HOAI a. F. umfasste.

3 Fragen

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Ärgernis im Justizalltag?

Von der Möglichkeit, Berufungen ohne vorherige mündliche Verhandlung zurückzuweisen, wird zum Teil zu viel Gebrauch gemacht. Damit fällt die Befriedungsfunktion, die zweitinstanzliche Gerichte haben, weg. Durch die starke Belastung der erstinstanzlichen Gerichte haben Mandanten zudem häufig den Eindruck, in den kurzen erstinstanzlichen Verhandlungsterminen ihr Anliegen nicht vorgetragen zu haben. Deshalb sind mündliche Verhandlungen in zweiter Instanz wichtig.

Welches ist für Sie das meist ersehnte Gesetz?

HOAI-Novelle

Nennen Sie uns die aus Ihrer Sicht unsinnigste Vorschrift.

Art. 10 § 3 MRVG - Architekten-Koppelungsverbot

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