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LEGAL IMAGE

Portrait von Dr. Gesine Walz, Rechtsanwältin für Medizinrecht, LEGAL IMAGE

Dr. Gesine Walz

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Medizinrecht
Rechtsgebiete: Arzthaftungsrecht · Mediation · Medizinrecht
Moosmayer, Hoffmann & Partner
Urbanstraße 1
70182 Stuttgart
0711 237510

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Vita

ZUR PERSON

Gesine Walz wird 1968 in Offenbach am Main geboren.

STUDIUM

Studium an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

1992

Erstes Juristisches Staatsexamen

1992 bis 1995

Referendariat in Stuttgart

1995

Zweites Juristisches Staatsexamen

1995 bis 1998

Promotion bei Prof. Dr. Jan Schröder, Tübingen

BERUFLICHER WERDEGANG

1995 bis heute

Rechtsanwältin in der Kanzlei Moosmayer, Hoffmann & Partner, Stuttgart

Seit 2006

Fachanwältin für Medizinrecht

Dozentin im Bereich der Fortbildung von Rettungsdiensten und Notärzten

sowie von Schulleitungen und Lehrkräften im Schul- und Beamtenrecht

Seit Juli 2015

Mediatorin fiRAK

Portrait

Von Anfang an besticht Gesine Walz vor allem durch eines: ihre Natürlichkeit. Selbstinszenierung und künstliche Optik scheinen in ihrem Leben keinen Platz zu haben. Dadurch unterscheidet sich die Rechtsanwältin von so mancher Kollegin – und das ist von ihr durchaus gewollt. Auch für das LEGAL IMAGE Interview und Fotoshooting will sie deshalb nicht in eine andere Rolle schlüpfen und empfängt uns in der Kanzlei – in der sie seit 16 Jahren schaltet und waltet – im dezenten braunen Hosenanzug. Herrlich knarrt der alte Dielenboden des Konferenzraumes in der Urbanstraße 1 unter unseren Füßen, als wir uns dort zum Interview niederlassen.

Jura – Liebe auf den zweiten Blick.

Schnell wird klar: Gesine Walz gehört nicht zu jenen, die bereits von Kindesbeinen an sicher sind, dass sie Rechtsanwalt werden wollen. Aber sie weiß, dass sie eine sprachliche Neigung hat und es ihr Spaß macht, sich auszudrücken. „Medizin hätte mich auch interessiert – aber ich bin ein Schreibtischmensch, kein Handwerker“, so die Rechtsanwältin. Gute Voraussetzungen für den Beruf der Juristin. So fällt ihre Wahl schließlich auf die entsprechende Studienrichtung – mit einem genau vordefiniertem Ziel: Richterin werden. Sie bezieht eine Studenten-WG in Tübingen und treibt ihr Studium voran. Schließlich, im achten Semester, eröffnet sich der Studentin eine völlig neue Möglichkeit: Als erster Jahrgang überhaupt kann sie mit einem sogenannten „Freischuss“ zum Ersten Staatsexamen antreten – ein freier Prüfungsversuch, der im Falle des Nichtbestehens als nicht unternommen gilt. Und obwohl die Zeit für die Vorbereitung knapp bemessen ist, tritt Gesine Walz an: mit Erfolg.

Großer Traum plötzlich ganz klein.

So startet sie, früher als erwartet, ins Referendariat. Immer noch getrieben vom Gedanken zur Justiz zu gehen und Richterin zu werden. Auch während der Stationen ihres Referendariats beim Amts- und Landgericht, bei der Staatsanwaltschaft und einer Station in der Verwaltung beim damaligen Oberschulamt ändert sich daran nichts. 1995 absolviert sie schließlich das Zweite Staatsexamen. Doch damit nicht genug: Gesine Walz will zusätzlich promovieren und gleichzeitig durch eine Teilzeitstelle Praxisluft schnuppern. Bald hat sie ein Vorstellungsgespräch bei der Justiz, ein großer Schritt in Richtung Richtertätigkeit scheint kurz bevorzustehen.

Die Möglichkeit, Menschen zu helfen, spielt für mich eine große Rolle.

Doch dann die Ernüchterung: Sie würde zwar die Stelle bekommen, allerdings gibt es keine Möglichkeit der Teilzeitanstellung. Doch Gesine Walz will die Zeit ihrer Promotion nicht ungenutzt lassen und beginnt deshalb lieber in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten: Eine schicksalshafte Entscheidung, denn die Rechtsanwältin arbeitet noch heute eben dort. Nach drei Jahren hat sie 1998 ihre Promotion schließlich in der Tasche. Und über diesen Zeitraum auch den Traum des Richterdaseins begraben – zu gut gefällt ihr die Tätigkeit in ihrer Kanzlei. „Der Beruf des Anwalts ist schön, weil man jeden Tag mit Menschen zu tun hat – ich wollte nie in einem stillen Kämmerlein sitzen und vor mich hinarbeiten. Die Möglichkeit, Menschen zu helfen, spielt für mich eine große Rolle“, so die Anwältin. Durch ihre persönliche Neigung liegt die Wahl des Medizinrechts mit Schwerpunkt Arzthaftungsrecht für die Anwältin nahe – und die Kanzlei gibt ihr die Möglichkeit, diesen Bereich so aufzubauen, wie sie es für richtig hält. Heute, nach 16 Jahren im Bereich Medizinrecht, hat sich Gesine Walz ein fundiertes Fachwissen aneignen können, kennt auch Krankheitsbilder, die nicht sofort geläufig sind. Seit 2006 hat sie den Fachanwaltstitel im Medizinrecht. Gleichzeitig betreut die Anwältin auch Fälle aus dem Allgemeinen Schadensrecht sowie dem Schul- und Beamtenrecht.

Profisportler vor dem Karriere-Aus.

Eines Tages meldet sich besonderer Besuch bei Gesine Walz an – ein bekannter Spieler aus der Fußball-Bundesliga möchte ihren Rat. Er leidet an einer Autoimmunerkrankung, die lange Zeit nicht entdeckt worden ist. Dabei sollte man meinen, ein Profisportler, der beinahe täglich von Vereinsärzten untersucht wird, sei medizinisch bestens betreut. Davon geht auch der Spieler aus und ist deshalb umso mehr verärgert, dass seine Krankheit nicht erkannt und schnellstmöglich behandelt wurde. Ein Umstand, der schlussendlich zum Aus im Profisport für den aufstrebenden Fußballer führt. Gesine Walz rät zu einer Klage gegen den Vereinsarzt – die beiden Parteien einigen sich schließlich auf einen Vergleich in der Höhe eines fünfstelligen Betrages.

Mindestens genauso gerne wie ich Sport mache, gucke ich ihn auch.

Kindbettfieber.

Ein besonders tragischer Fall ist jener, auf den Gesine Walz nun zu sprechen kommt. Ein junger Mann, Anfang Dreißig und zweifacher Vater, hat seine Frau bei der Geburt seines zweiten Kindes verloren: Die Geburt verläuft reibungslos, doch danach leidet die Frau plötzlich unter grippeähnlichen Symptomen. Eigentlich wäre nun eine Behandlung mit Antibiotika indiziert – schließlich könnte es bei der Frau zu einer bakteriellen Infektion nach der Geburt gekommen sein. Doch nichts passiert: Die Frau entwickelt eine Sepsis, also eine Entzündung ausgelöst durch Bakterien, die unbehandelt zum Tod führen kann. Immer wieder wendet sich der Ehemann an die behandelnden Ärzte, insistiert, es müsse endlich etwas getan werden. Endlich werden der Frau Antibiotika verabreicht – zu spät, wie sich herausstellt: Nach zehn Tagen stirbt die Frau. Zurück bleiben ihr Ehemann und ihre zwei kleinen Kinder. Gesine Walz erreicht eine außergerichtliche Einigung und sichert dadurch die Zukunft der Familie: Bis heute erhält der Vater monatlich eine vierstellige Unterhaltszahlung.

“Olympiaurlaub“ oder auf nach Juist.

Wer nach dieser Überschrift denkt, Gesine Walz sei ein Couch-Potato, der irrt. Vielmehr ist die Anwältin eine wahre Sportliebhaberin: Steht ein sportliches Großereignis – wie beispielsweise eine Olympiade – an, dann bleibt über diesen Zeitraum ein Arbeitsplatz in der Kanzlei auf jeden Fall leer. „Mindestens genauso gerne wie ich Sport mache, gucke ich ihn auch“, erklärt Gesine Walz ihre pünktliche Absenz zu diesen Terminen. Was Gesine Walz noch in ihrer Freizeit tut? Lesen – alles querbeet, vor Kurzem zum Beispiel „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers, und am liebsten in Kombination mit einem guten Glas Rotwein. Wenn es die Rechtsanwältin doch aus ihrem Zuhause in die Ferne verschlägt – „Ich verstehe nicht, warum sich die Menschen ein schönes Zuhause bauen, um dann am ersten Urlaubstag sofort die Koffer zu packen und wegzufahren“ – dann reist sie vorzugsweise auf die Insel Juist. Dort genießt sie das nordische Klima am liebsten, solange es nicht zu heiß ist.Besonders beeindruckend ist jedoch Gesine Walz‘ ehrenamtliches Engagement: Sie hat sich in einem Stuttgarter Hospiz zur Sterbebegleiterin für Erwachsene ausbilden lassen. Mehrere Abende im Monat ist sie seither im Einsatz, sitzt am Bett sterbender Menschen, hört zu oder hält einfach nur Wache. Eine wahrlich bewundernswerte Tätigkeit, die nicht jedermanns Sache wäre. Die LEGAL IMAGE Redaktion bedankt sich bei Gesine Walz für das Gespräch.

3 Fragen

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Ärgernis im Justizalltag?

Medizinische Sachverständigen-Gutachten, die Monate bis Jahre dauern und Richter, die weitgehend machtlos dagegen sind.

Welches ist für Sie das meist ersehnte Gesetz?

Präzise und verständliche Regelungen zum Thema Sterbehilfe, die Klarheit für Patienten wie für Ärzte schaffen.

Nennen Sie uns die aus Ihrer Sicht unsinnigste Vorschrift.

§ 1356 Abs. 2 S. 1 BGB: "Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein." Unsinnig, weil zum Glück inzwischen selbstverständlich.

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